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Diagnose Depressionen - Wie sollte man als Angehöriger damit umgehen?
Wenn jemand, der einem nahe steht, an einer Depression erkrankt, möchte man natürlich alles tun, um diesem Menschen bei der Bekämpfung der Depression zu helfen. Nicht immer allerdings sind gut gemeinte Ratschläge angebracht. Und auch das Erkennen einer Depression ist nicht leicht, obwohl es eindeutige Symptome gibt. Bei den Erkrankten kommt es nicht selten vor, dass sie sich ihre Krankheit nicht eingestehen möchten.
Im folgenden Text geben wir viele Tipps für Angehörige eines an Depressionen erkrankten Menschen. Sowohl Symptome, die auf eine Früherkennung der Depression hinweisen, als auch falsche Ratschläge, die den Betroffenen nur noch weiter verunsichern und natürliche Tipps, wie man jemanden bei einer Depression unterstützen kann, werden Sie hier finden. Depressionen rechtzeitig erkennenBetrachtet man sich die typischen Symptome einer Depression – Niedergeschlagenheit, Traurigkeit, Mutlosigkeit, Verzweiflung und Ängstlichkeit – denken viele, dass man eine Depression eindeutig und frühzeitig bei Angehörigen erkennen kann. Nicht immer jedoch steckt hinter diesen Symptomen eine Depression. Ebenso können diese Symptome als verständliche Reaktion auf ein belastendes Ereignis verstanden werden. Eindeutiger ist es da schon, wenn sich der an einer Depression erkrankte auch äußerlich verändert und vorgealtert wirkt. Auch ein schwerer Gang, matte Gesten, erstarrte Gesichtsausdrücke, eine blasse Haut, ein verschleierter Blick, eine leise und monotone Stimme sowie sprödes und glanzloses Haar können auf eine Depression hinweisen. Bei einem normalen Schicksalsschlag kommt es selten zu derlei Symptomen. Vielmehr sind sie ein Anzeichen dafür, dass es sich um eine schwerwiegendere Krankheit handelt – eine Depression.Da einige Menschen mit Depressionen die ersten Anzeichen für diese Krankheit nicht offen zeigen und auch selbst nicht wahrnehmen, müssen zunächst einmal körperliche Ursachen für diesen Zustand ausgeschlossen werden. Jemand, der Depressionen hat, wird eher über Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Abgeschlagenheit und Mattigkeit klagen. Auch ein ständiger Druck auf dem Kopf, Verspannungen im Kopf- und Nackenbereich bis hin zu den Schultern und Armen, Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen, ein Kloßgefühl im Hals, Herzbeschwerden, Verstopfung, ein Druck auf dem Magen, Schwindel und Augenflimmern werden vom Patienten oft wahrgenommen. So kann man eine Depression erkennenBei Verdacht auf eine Depression sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen. Dieser klärt zunächst ab, ob die Symptome körperliche Ursachen haben. Oftmals genügt es dafür schon, wenn der Arzt dem Patient einige Fragen stellt. Je nachdem, wie oft der Patient diese Fragen bejaht, ist eine Depression wahrscheinlich oder eher unwahrscheinlich.Solche typischen Fragen könnten unter anderem sein: „Können Sie sich noch freuen?“, „Fühlen Sie sich elend und erschlagen, ohne dass es dafür einen ersichtlichen Grund gibt?“, „Haben Sie in letzter Zeit Probleme damit, einfache Entscheidungen zu treffen?“, „Haben Sie das Interesse an Dingen und Aktivitäten verloren, die Ihnen vorher Freude bereitet haben?“, „Haben Sie oft das Gefühl, dass Ihr Leben sinnlos ist?“, „Fühlen Sie sich matt, müde und kraftlos, ohne dass dem eine körperliche Anstrengung vorausging?“. Selbstverständlich sind all diese Fragen noch kein eindeutiges Zeichen für eine Depression. Dennoch können Sie dabei helfen, selbst einzuschätzen, ob ein Arztbesuch notwendig und ratsam wäre. So vermeiden Sie falsche RatschlägeKeinem Depressiven ist damit geholfen, wenn er von seinen Angehörigen jeden Tag Sätze wie „Reiß dich zusammen“ oder „Stell dich nicht so an und geh mit uns raus!“ hört. Jemand, der an einer Depression erkrankt ist, benötigt keine Appelle, sondern viel mehr Verständnis und Mitgefühl. Am meisten ist ihnen dann geholfen, wenn sich die Angehörigen ausgiebig mit dem Thema Depression beschäftigen und ihm viel Zeit geben.Sicherlich ist es falsch, den Betroffenen unter Druck zu setzen. Doch wenn man dem Erkrankten stets zu verstehen gibt, dass man für ihn da ist und er sich an einen wenden kann, ist ihm schon viel geholfen. Angehörige und Freunde sollten die Depression als schwerwiegende Krankheit anerkennen und den Kranken bei der Therapie unterstützend begleiten. Neben Appellen, die man an depressive Menschen richtet, sind Angebote der Ablenkung meistens ebenso verkehrt. Da der Erkrankte kein Freude mehr an den meisten Aktivitäten hat, würde es nichts bringen. Oftmals tritt sogar der umgekehrte Fall ein und der Erkrankte entwickelt Schuldgefühle, was ihn noch deprimierter werden lässt. Auch Überredungen, beispielsweise zu einem Urlaub, sollten Angehörige meiden. Depressive Menschen fühlen sich in ihrer gewohnten Umgebung am wohlsten, fremde Städte und Menschen würden seinen Krankheitszustand eher noch verstärken. Auf keinen Fall sollte man als Angehöriger versuchen, dem Erkrankten auszureden, dass er tatsächlich krank ist. Eine Depression sollte nicht als Krankheitswahn angesehen, sondern ernst genommen werden. Besser ist es, wenn man dem Betreffenden zu verstehen gibt, dass man für ihn da ist, seine Gefühle nachvollziehen kann und ihm helfen möchte, eine geeignete Therapie zu finden. Schlecht ist es dagegen, einen depressiven Menschen Entscheidungen treffen zu lassen, die weitreichende Konsequenzen haben würden. Wer in einer akuten depressiven Phase Entscheidungen trifft, tut dies meistens zu seinem Nachteil. Der Weg aus der DepressionUm eine Depression aktiv bekämpfen zu können, sind drei wichtige Bereiche zu beachten. Zum Einen findet eine psychotherapeutische Stützung statt, bei der nicht selten auch die Angehörigen eingebunden werden. Der zweite wichtige Punkt bei der Bekämpfung einer Depression sind die soziotherapeutischen Veränderungen. Hierbei wird darauf achtet, welche Aspekte im Beruf und der Familie die Depression unterstützen oder gar fördern. Nach Möglichkeit werden hier Korrekturen stattgefunden. Die dritte Säule bei der Therapie ist die Unterstützung durch Medikamente. Einige Therapeuten verschreiben grundsätzlich keine Medikamente ohne eine Therapie zu machen, weil sie davon überzeugt sind, dass die Symptome nur für den Einnahmezeitraum verschwinden und ohne eine nicht medikamentöse Therapie wieder auftauchen würden. Zusammen mit einem Psychotherapeutischen Ansatz können Medikamente aber durchaus helfen. |
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