Therapiemöglichkeiten bei Depressionen

So wie es verschiedene Depressionsarten gibt, sind auch die Behandlungsmöglichkeiten recht unterschiedlich. Manchmal besteht aber die Möglichkeit, dass der Patient bestimmen kann, welche Therapie er am geeignetsten findet. Neben der klassischen Psychotherapie gibt es auch noch einige unterstützende Maßnahmen, welche der Betroffene in seiner Freizeit nutzen kann, damit sich die Symptome seiner Depression weniger stark zeigen. Bei allem gilt jedoch, dass die Chemie zwischen Patient und Psychotherapeut stimmen muss. Jede Krankenkasse gewährt einem in der Regel fünf Probestunden, so dass man verschiedene Therapeuten näher kennen lernen kann, bevor man sich dafür entscheidet, bei einem bestimmten Art eine Therapie zu machen.

Die Depression Therapien lassen sich zunächst einmal in die medikamentösen und die nicht medikamentösen Therapien unterteilen. Je nach Schweregrad und Fortschritt der Depression, bestimmt immer der Arzt, welche Therapie angebracht ist. In der heutigen Zeit kommt es aber auch oft zu einer Vermischung beider Therapieformen, so dass neben der Gesprächstherapie auch begleitend dazu Medikamente verabreicht werden.

Medikamentöse Therapie

Bei der medikamentösen Depression Therapie wird mit Antidepressiva gearbeitet. Zum Ziel haben diese Medikamente eine Verbesserung der Stimmung des Patienten sowie eine Steigerung des Antriebs. Allerdings sollten Betroffene wissen, dass ein Antidepressivum erst nach zwei bis vier Wochen beginnt zu wirken. Viele Erkrankte brechen die medikamentöse Depression Therapie frühzeitig ab, weil sie nicht wissen, dass es seine Zeit braucht, bis das Medikament anschlägt. Mittlerweile gibt es sehr unterschiedliche Antidepressiva. Unterteilt werden diese in pflanzliche Präparate, für die man kein Rezept benötigt, wie beispielsweise für Johanniskraut, in die Tri- und Tetrazyklischen Antidepressiva, SSRI (Selektive Serotonin Wiederaufnahme Inhibitoren), SNRI (Selektive Noradrenalin Wiederaufnahme Inhibitoren), SSNRI (Selektive Serotonin und Noradrenalin Wiederaufnahme Inhibitoren) und MAO-Hemmer.

Einige Patienten lehnen eine Therapie mit Medikamenten zunächst ab, weil sie sich vor den vielen Nebenwirkungen fürchten. Und auch Therapeuten sind erst einmal dazu bestrebt, andere Therapiemaßnahmen zu ergreifen. Bei Betroffenen, die sehr stark unter den Symptomen der Depression leiden, kann die Verabreichung von Medikamenten aber sinnvoll sein. Nebenwirkungen, welche mit der Einnahme von Antidepressiva einhergehen können, sind unter anderem Müdigkeit und Schwindel, eine Gewichtszunahme, sexuelle Funktionsstörungen, Sehstörungen, Mundtrockenheit, Verstopfung, Blasenentleerungsstörungen, Blutdruckabfall, sowie Herzrhythmusstörungen und Unruhezustände.

Kognitive Verhaltenstherapie

Strikt von einer medikamentösen Therapie abzugrenzen ist die Kognitive Verhaltenstherapie. Insbesondere in den letzten Jahren gewann diese Depression Therapie immer mehr an Bedeutung und wird heute sehr erfolgreich bei der Bekämpfung von Depressionen eingesetzt. Experten sind davon überzeugt, dass diese Therapie mit die besten Heilungschancen bietet. Inhalte bei der Kognitiven Verhaltenstherapie beschäftigen sich sowohl mit den Gedanken als auch mit dem Verhalten des Patienten.

Der Therapeut versucht durch verschiedenste Verfahren, den Patienten wieder dazu zu motivieren, aktiver am Leben teilzunehmen. Nicht selten kommt es vor, dass Tagespläne mit Aktivitäten ausgearbeitet werden. Dabei wird allerdings auch auf die individuelle Belastbarkeit des Patienten geachtet, so dass es nicht zur Überforderung kommt. Wer an leichten Depressionen leidet, wird bereits durch die Wiederaufnahme von Aktivitäten eine deutliche Verbesserung feststellen und weniger Symptome haben. In Gesprächen zwischen dem Patienten und dem Therapeuten hingegen wird versucht, die Gedankenwelt des Erkrankten näher zu beleuchten; negative Gedanken werden in Frage gestellt und überprüft. Ursachenforschung für das Entstehen der Depression wird in dieser Therapieform allerdings weniger betrieben. Vielmehr kommt es auf den „Ist-Zustand“ des Patienten und darauf an, diesen zum Positiven zu verändern.

Tiefenpsychologische Psychotherapie

Wer sich bei der Bekämpfung seiner Depressionen für die Tiefenpsychologische Psychotherapie entscheidet, wird mit seinem Therapeuten vor allem Konflikte aufarbeiten. Oftmals reichen die Gesprächsthemen deswegen zurück bis in die Kindheit. Insgesamt wird versucht, die Ursachen für die entstandene Depression ausfindig zu machen und diese zu bekämpfen. In fast jeder Therapiestunde wird es zu einem längeren Gespräch zwischen Patient und Therapeut kommen. Ob der Patient dabei selbst Konflikte aus der Kindheit anspricht oder der Therapeut das Gespräch führt, kann sehr verschieden sein. Um bei schwereren Depressionen eine schnelle Besserung zu erzielen, wird bei der Tiefenpsychologischen Psychotherapie nicht selten als unterstützende Maßnahme mit Medikamenten gearbeitet.

Neben den drei großen Therapien – der medikamentösen Therapie, der Kognitiven Verhaltenstherapie und der Tiefenpsychologischen Psychotherapie – gibt es aber auch noch ergänzende Therapiemethoden, welche gerade in der heutigen Zeit mehr und mehr zum Einsatz kommen.

Schlafentzug

Eine Möglichkeit, Depressionen wirksam zu bekämpfen, kann beispielsweise im Schlafentzug liegen. Bei einigen Patienten können durch das gewollte Wachbleiben einer ganzen Nacht hindurch bereits am nächsten Tag deutliche Verbesserungen bei der Stimmungslage festgestellt werden. Allerdings birgt diese Therapie auch die Gefahr, dass es am darauf folgenden Tag zu einem herben Rückschlag kommt und sich die Depressions Symptome verstärken. Deswegen sollte der Schlafentzug nur unter ärztlicher Aufsicht und auch nur als unterstützende Therapie durchgeführt werden.

Lichttherapie

Vor allem dann, wenn man an einer Winterdepression leidet, wird oft mit der so genannten Lichttherapie gearbeitet. Aber auch bei anderen Depressionsformen kann eine Lichttherapie helfen. Bereits nach einer halben Stunde vor einer Lichtquelle mit mindestens 10.000 Lux kann es zu einer deutlichen Stimmungsaufhellung kommen. Mögliche Nebenwirkungen können hier aber Schlafstörungen sein.

Elektrokonvulsionstherapie

Viele Menschen, die das erste Mal von der Elektrokonvulsionstherapie hören, bekommen Angst und stellen sich vor, wie sie mit Elektroschocks bearbeitet werden. Die Realität bei dieser Depressions Therapie sieht aber vollkommen anders aus. Zunächst wird der Patient durch einen Anästhesisten in eine Kurznarkose mit Muskelentspannung versetzt. Nun provoziert der behandelnde Arzt mit Hilfe eines EKT-Gerätes durch Strom einen epileptischen Anfall. Da sich der Patient in Narkose befindet, ist dieses Verfahren vollkommen schmerzfrei und stressfrei. Bei Experten gilt diese Therapie als eine mit den wenigsten Nebenwirkungen, gleichzeitig bietet sie große Heilungschancen. Nebenwirkungen, die auftreten können, sind zum Beispiel Unkonzentriertheit oder Kopfschmerzen und Übelkeit, die durch die Narkose hervorgerufen werden.
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